Skip to main content

Als Moritz am Hasenberg stand

Willkommen im 17. Jahrhundert! So hoch mag das Wasser damals im Stadtgraben, dem späteren Gondelhafen, gestanden haben. Eine Sperre mit eingebautem Tor trennte den Graben von der Elbe. Oben auf der Jungfernbastei thronte das Lusthaus, ein prächtiger Renaissancebau, leider direkt auf dem Pulbverkeller errichtet, weshalb es später in die Luft flog.

Das Moritzmonument aber befand sich nicht an seinem heutigen Platz. Um es zu finden, öffnen Sie bitte folgenden Link:

Samuel Nienborg: Plan von Dresden und Umgebung, deutsche Fotothek

...und doppelklicken Sie drei- bis viemal auf die Karte, bis Sie die Einmündung des Stadtgrabens in die Elbe gefunden haben. Das große A markiert natürlich das Lusthaus auf der Jungfernbastei, später als das erste Belvedere bezeichnet.Wandern Sie auf dem grünen Wall vorbei am Zeughaus (der da aus dem Fenster winkt, ist der Herr Niendorf persönlich, hier wohnt er nämlich), dem heutigen Albertinum (großes Z) und Sie gelangen zu einem schwarzen Viereck, durch das sich ein Riß im Papier zieht, markiert mit einem kleinen a, das dort nicht hingehört. Hier sollte ein großes B stehen, links unten in der Karte als "Hohe Bastey" bezeichnet. Das ist der Hasenberg, auch Hasenbastei oder Prinaischer Berg - später die Bastion Mars. Hier stand das Moritzmonument, als es errichtet wurde.

Auf dem Plan von 1651 sieht der Festungswall aus, als sei er nicht bebaut. Spätestens 1662 führte jedoch rings um die Festung eine "bretterne, mit Ziegeln gedeckte, mit Fenstern versehene und schwarz angestrichene Halle" (Carl-August und August-Moritz Engelhardt), der Schwarze Gang. Anton Weck beschreibt den Gang so: "Auf solcher Mauer ist ein verdeckter Gang obenher um die ganze stadt und Vestung geführet / durch welchen Se. Churfürstl. Durchl. unwissend einiges Menschens / in Dero Zeug-und Gießhaus / Closter-Kirche / unterschiedlicher Orten auch auf die Festung oder in die Stadt sich unvermuthet begeben können / und wird solches der Schwarze Gang genennet." Johann Georg II. empörte sich, dass die Wachen für Geld auch "Fremde" (Touristen) dort herumlaufen ließen. 1677 verfasste Wolf Caspar von Klengel ein Memorandum über den schlechten Zustand des gedeckten Weges um die Festung (Eva Papke).

Gegenüber vom Denkmal führt die Rampische Gasse, durch die Festungsanlage zerteilt, ins Weichbild der Stadt. Das ehemalige Rampische Tor war um 1830 noch erhalten. Gehen Sie weiter entlang des Schießgrabens, gelangen Sie zum Pirnaischen Tor, mit einem großen C bezeichnet... (Fortsetzung folgt)

Die Bilder stammen aus den Wikimedia Commons, für Weiterverwendung klicken Sie bitte auf das Bild und binden Sie es den jeweiligen Vorschriften entsprechend ein.

Dresden Erstes Belvedere Explosion 1747 Friedrich von Hagedorn

Dresden Erstes Belvedere Innen Friedrich von Hagedorn

Dresdens Prachtgebäude 1835 86

Johan Georg II Johann Fink, vor 1675

Das ehemalige Rampische Thor um 1830