Das Altwölfnitzer Freigut

25.04,2018

Das Freigut in Altwölfnitz liegt ganz verborgen im Tal des Gorbitzbaches. Es hat eine lange Geschichte, die mit dem Ritter Dietrich von Miltitz beginnt. Damals lebten in Wölfnitz nur fünf Bauernfamilien, jeder Hausherr bewaffnet mit einer Armbrust. Außerdem besaßen sie alle zusammen einen Spieß.

Wölfnitz gehörte zu Gorbitz und hatte Teil an dessen Geschichte. Die Kinder besuchten die Schule in Briesnitz, wo das Dorf eingepfarrt war, doch noch im 17. Jahrhundert gab es in der Umgebung Grundbesitzer, die nicht schreiben konnten.

Als die Kurfürstin Magdalena Sibylle 1644 das Gut Gorbitz erwarb, kaufte sie auch einige vom Krieg verwüstete Grundstücke in Wölfnitz, darunter auch das Nachbargrundstück des Freigutes, das damals dem Leibarzt ihres Gemahls, dem Dr. Sylvester Kundmann, gehörte. Damals lebte in Wölfnitz auch ein Glaser, Elias Zimmermann, der mit der Kurfürstin ein Stück Feld tauschte und sich beschwerte, der Feldmesser Flöck hätte ihm zu wenig Boden abgeteilt, dem Dr. Kundmann dagegen zuviel. Schließlich kam der aufsässige Handwerker ins Gefängnis.

1659 starb die Kurfürstin und hinterließ Gorbitz samt der Grundstücke in Wölfnitz ihrem Enkel Johann Georg III. 1666 wurde das Anwesen des Leibarztes zum Freigut erklärt. In Wölfnitz lebten immer noch nur 5 Bauern, die weiterhin Dienste und Abgaben leisten mussten. 

Dr. Kundmann starb 1676, sein Erbe Daniel Kundmann erdreistete sich zum Ärger des Gorbitzer Kammergutsverwalters Paul Mösche freiergisches Bier auszuschenken, wozu er nach Mösches Meinung nicht befugt war, und damit den beiden Gorbitzer Schänken (wo das Bier den Bauern zu teuer war) großen Abbruch zu tun!

Wer heute Altwölfnitz besuchen will, fährt am besten mit der Linie 7 bis Julius-Vahlteich-Straße, überquert die Kesselsdorfer Straße und den Gorbitzbach und biegt in den Fußweg zwischen den Kleingärten ein. Es geht ein Stück bergauf, dann an der Weinbergsmauer entlang scharf nach rechts und im Halbkreis hinunter zum Bach und zum Altwölfnitzer Dorfkern.

Außer dem einstigen Freigut und dem Bach ist auch das Haus der Zufriedenheit aus dem 18. Jahrhundert sehenswert. Es besaß früher einen Anbau, in dem das Filmtheater Wölfnitz untergebracht war.