Ins Polenztal

30.03.2014

Morgens war es noch kühl, der Bus ziemlich leer. In Stolpen den Berg hinauf, vorbei an der Garteneisenbahn, durchs alte Stadttor - huch, die Burg hat ein neues Maskottchen, einen bronzenen Geist - vor dem braucht sich niemand zu fürchten. Direkt vor dem Bäckerladen ist er aufgestellt.

Der "Goldene Löwe" wieder in alter Pracht auf dem Marktplatz. Die Kirchentür offen, gleich beginnt der Gottesdienst. Weiter zur Napoleonallee, der Blick ins Hügelland, Frühdunst im Gegenlicht.

Unten, hinter dem Berge, liegt Langenwolmsdorf mit Buschwindröschen am Bach. Ein Mädchen füttert die Hühner. Über die große Wiese geht der Blick zum "Goldenen Apfel", eine prächtige Gebäudegruppe. Gut ausgeschildert der Weg ins Polenztal, wieder den Berg hinauf, rechts der Pferdehof, unter der Eisenbahnbrücke hindurch - der Zug tutet vorüber - ein Pferdewagen überholt mich, hebt sich wenig später am Hügelkamm gegen den blassen Frühlingshimmel ab. Die Kirschbäume blühen, die Apfelbäume zögern noch.

Am Luschhof gibt es einen improvisierten Parkplatz auf der Wiese, für einen Euro. Hinter der Bockmühle der langvermisste Pfefferkuchenwagen aus Pulsnitz! Statt der Märzenbecher ist die Wiese mit Buschwindröschen betupft.

Bachaufwärts geht es weiter zur Knochenmühle (alle normalen Flüsse fließn aus dem Gebirge heraus, die Polenz fließt hinein!). Der Biergarten ist schon geöffnet, das Grillfeuer brennt. Ziemlich schlammig ist der Weg, hier und da liegen Bretter über den schlimmsten Stellen.

Noch ein Blick zur Waldmühle, dann verlassen wir das Hohe Birkigt, ein Stück geht es über die Wiese und wir sind in Polenz, dem Dorf um Bach, das sich endlos hinzieht, mindestens drei Bushaltestellen. An der Mittelmühle gibt es Softeis (großes, kleines, ganz kleines), Biker, Dorfbewohner, Radler und wanderer stehen friedlich nebeneinander am Straßenrand, lehnen an den Zäunen und hocken auf den Fensterbänken. Eine gestresste Mutti packt Dutzende von Gefrierbehältern ins Auto - vielleicht ein Kindergeburtstag. Schon oft habe ich die bunte Versammlung aus dem Busfenster gesehen. Mittelmühle ist Kult!

Das Hartpappenwerk ist abgerissen. Einige junge Bäume können die Leere nicht verdecken.

Weiter, vorbei am Bäcker und der Schmiede, zum Erbgericht, ein riesiger alter Gasthof, passend erklingt Musik aus den Sechzigern. Da kommt schon mein großes grünes Auto.