Nach Reichstädt bei Dipps

Vom Busbahnhof Dippoldiswalde gehen wir über den Obertorplatz und durch die Herrengasse. Im Café am Schusterbrunnen kann man gemütlich frühstücken. Dann geht es weiter zur Brunnenstube und der Betsäule an der Kirche. Vorbei am Schloss und durch den Gang hinaus an der Schlossmauer entlang zum Ausgangstor, die Bahnhofstraße hinunter über die Weißeritzbrücke und den Freiberger Platz landen wir schließlich am Bahnhof. Dahinter geht es wieder bergauf die Reichstädter Straße entlang - der Wanderweg, ein alter Hohlweg, ist gut ausgeschildert. Er führt über den Berg direkt nach Reichstädt.

Zuerst geht es zum Hofladen der Schäferei Drutschmann mit viel bunter Wolle und Schafskäse. Dann zur Kirche, vor der eine Gedenktafel für den Begründer der deutschen Gastechnik Rudolf Sigismund Blochmann steht. Er wurde 1784 im hiesigen Pfarrhaus geboren.

Hinter der Kirche auf dem Berg strahlt das frisch restaurierte Barockschloss. Zwei Informationstafeln am Eingang erzählen über seine Geschichte. Das Schloss ist eines der größten Herrenhäuser in Sachsen und war berühmt für seine Parkanlagen. Zar Alexander I. bezog 1813 vor der Völkerschlacht bei Leipzig hier Quartier. Während des 2. Weltkrieges diente das Schloss als Auslagerungsort für die Dresdner Kunstschätze. 1945 wurden die Besitzer Hans und Margarete von Schönberg enteignet und flohen in den Westen. Das Schloss diente als Schule, Kindergarten, Kinderhort, Kulturhaus und Kreispionierhaus. 1998 wurde es von einer Verwandten der früheren Besitzer erworben.

Erste Wohn- und Gewerbebereiche sind bereits fertig restauriert. Der Gartensaal kann für Hochzeiten und Bälle gebucht werden. Führungen gibt es Sonntags um 16.00 Uhr oder auf Anfrage (Tel. 03504 619332).

Im Schlosshof finden die Büste des Majoratsherrn Adam Rudolf von Schönberg.

Der Park hinter dem Schloss ist frei zugänglich und man kann die besonders schöne Parkseite des Gebäude besichtigen.

Eine knallbrombeerfarbene Galerie steht direkt neben dem Schloss. Wir gehen wieder zur Straße hinunter und ein Stück zurück zum Niederen Gasthof, der gerade öffnet. Er ist aus dem alten Erbgerichtshof hervorgegangen, welcher 1844 nach einem Blitzschlag abbrannte.

Nach einem guten Essen geht es wieder Richtung Dorfbach, an der Brücke steht ein Wegweiser Richtung Obercarsdorf, dem wir folgen, dem Berg hinauf. Oben treffen wir auf den Firstenweg und haben einen herrlichen Blick auf die dunklen Berge. Nach Obercarsdorf geht es geradeaus, wir wenden uns aber nach links, wo wir Dippoldiswalde im Tal liegen sehen.