Winter in Dipps

09.12.2012

Kurz nach halb neun fährt der Altenberger Bus "Unter den Brücken" am Dresdner Hauptbahnhof ab - bei Karsdorf sieht man über das Kreischaer Becken bis in die die Sächsische Schweiz - dann geht es hinunter nach Dippoldiswalde. Der Rote Hirsch am Obertorplatz ist schon abgerissen. Im Cafe am Schusterbrunnen gibt es wieder die winzigen Pfefferkuchenhäuschen.

Vor der Kirche steht die Brunnenstube mit dem "Eingang zum Reich der Frau Holle" und die alte Betsäule. Da unten gibt es Silberschächte mit 30 cm Durchmesser. Haben dort kleine Kinder gearbeitet oder doch ein kleinwüchsiges Volk, bekannt als Zwerge? Far over the misty mountains cold, singen sie. Kommt ihr aus Venedig?

Hinunter zum Flüßchen, durch die Vorstadt und am Bahnhof vorbei - die Dampflok schnauft, seit der Flut ist hier die Endstation - dann wieder hinauf durch eine langweilige Siedlung zum Firstenweg. Hier schlafen die Hasen und Rehe, die gern den Weg der Menschen benutzen.

Eine Spur für die Rehe, die zarthufigen,
für die Hasen und Hunde,
eine Spur für die Brettläufer,
eine Spur für die Tapser und Trampler

Ganz oben hören die Spuren auf - der Weg führt scheinbar nirgendwohin (im Sommer kann man bis zur Kahlen Höhe laufen). Seit einer Stunde habe ich keinen Menschen gesehen. Nur der Wind ist zu hören und manchmal das Tuten der Kleinbahn. Langsam stapfe ich wieder auf die Zivilisation zu, niedrige Berge ringsum, drüben der Wilisch und die Quohrener Kipse, näher der Berg, auf dessen anderer Seite, in Frauendorf, die Lockwitz entspringt.

Wie die kleine bunte Stadt im Schnee leuchtet! Wenige Buden auf dem Weihnachtsmarkt, aber alles, was der Mensch so braucht: vor allem eine Bratwurst und Glühwein/Kinderpunsch, dann heiße Quarkspitzen mit Kaffee, Räuchermännchen, Asia Food und Socken. Alle Stunden fährt der Bus nach Dresden. Es fängt an zu schneien. Oben im Gebirge sind die Straßen eine Stunde später kaum noch passierbar: 30 cm Neuschnee.