Apfelzeit im Käbschütztal

20.08.2011

In Miltitz-Roitzschen steigen wir aus dem Leipziger Zug und gehen ein Stück die Straße entlang Richtung Roitzschen. An einer alten Scheune biegt der Wiesenpfad nach Miltitz ab. Er führt an altem Bergbaugelände vorbei zu prächtigen Bauernhöfen mit großen Bäumen und Rosengärten. Eine Allee mit Apfelbäumen führt über die Hochebene - in der Ferne grüßen die Polenzer Linden - Richtung Krögis. Die schweren Äste der Apfelbäume berühren das Gras. Bald taucht die Kirche von Krögis am Horizont auf. Ein Reiterhof liegt am Ortseingang. Die stille Dorfstraße führt auf ein Atelier zu, wir biegen links ab und gehen geradewegs auf die Kirche zu.

Beachtenswert ist die alte Schmiede mit der Jahreszahl 1834.

Ein Wiesenweg führt nach Schönnewitz, wo im Gut Frohberg das Lebensfest vorbereitet wird. Alles ist schön geschmückt. Es gibt einen Kaffee und wir können einen Moment im Schatten ausruhen, denn die Sonne beginnt mächtig zu brennen. Ein hübsches Fachwerkhaus in Görna am Käbschützbach enthält sowohl Andis Getränkeshop als auch Evis Videoland, einige Männer sitzen gemütlich beim Bier unter weißen Sonnenschirmen. Wir folgen einem unscheinbaren Weg in Richtung Bach und treffen auf den Wegweiser nach Mauna und Käbschütz.

In Mauna steht noch der alte Bahnhof der einstigen Schmalspurbahn, daneben eine liebevoll gemalte Wanderkarte des Heimat- und Fremdenverkehrsvereins Käbschütztal e.V.

In Leutewitz halten wir Rast im kühlen Buswartehäuschen und lesen dann auf der Informationstafel, dass das Rittergut Leutewitz seit 1764 ein über die Landesgrenzen hinaus bekannter Betrieb war, dessen Schaf- und spätere Pflanzenzucht Anerkennung und Wohlstand brachten.

Weiter geht es an einem kleinen Teich entlang durch die Wiesen nach Käbschütz, dessen ehemaliger Bahnhof frische grüne Farbe trägt. Der Weg verläuft meist über schattenlose Wiesen, nur manchmal zwischen großen alten Bäumen. In Zöthain_Mettelwitz erfahren wir von einem alten slawischen Burgwall, und das wir uns auf der Station 8 des Elbe-Mulde-Weges befinden. An den schneeweißen Fachwerkhäusern blühen Rosen in unglaublicher Fülle. Aber auch malerisch verfallende Wirtschaftsgebäude sind zu sehen.

Über Daubnitz und Wachtnitz, wo ein besonders stattlicher Hof mit einer großen Sonnenuhr prangt, gelangen wir nach Prositz, wo die Infotafel (Elbe-Mulde-Weg Station 9) uns die Welt der Toten nahe bringen will, denn auf dem nahe gelegenen Tanzberg wurde 1905 ein germanisches Gräberfeld entdeckt. Von der Bronzezeit bis zur römischen Kaiserzeit hat eine wohlhabende ländliche Bevölkerung hier ihre Toten bestattet.

Weiter geht es nach Piskowitz, wo ein Wegweiser mit der Aufschrift "Weg" für Aufmunterung sorgt. Wenig später erblicken wir einen seltsam verkrümmten Radfahrer in giftgrüner Jacke mit verbundenem Gesicht, der sich nicht von der Stelle bewegt. Er ist mit Stroh ausgestopft.

Eine Bushaltestelle bietet Schatten, bis tatsächlich ein Bus vorbeikommt und uns nach Meißen bring