Mit der Bahn durch den Schluckenauer Zipfel

Třída 9. května
Třída 9. května
Gegenüber der Loreto-Kapelle
Gegenüber der Loreto-Kapelle
Pforte zum Kreuzgang und zur Loreto-Kapelle
Pforte zum Kreuzgang und zur Loreto-Kapelle
Markt mit Pestsäule
Markt mit Pestsäule
Gaststätte hinter der Bartholomäuskirche
Gaststätte hinter der Bartholomäuskirche

Am Sonnabend war er da, der große Tag: der Lückenschluss der Bahnstrecke Sebnitz - Dolní Poustevna (Niedereinsiedel), offiziell am 4.7., wurde zwei Tage lang gefeiert. Das Schönste: für nur einen Euro konnte man einmal von Děčín nach Rumburk und zurück fahren.

Von Dresden aus kann man mit der S1 bis nach Bad Schandau fahren und dort in die U28 umsteigen; die Anschlusszeit beträgt allerdings nur 5 Minuten, wobei man noch durch die Unterführung muss. In Sebnitz hätte es nach meinem Verständnis des Fahrplans gar keinen Anschluss geben dürfen, da jedoch der Zug aus Děčín Verspätung hatte, konnte ich noch hineinhüpfen. Eine unbekannte Landschaft, nur anderthalb Stunden (bei Verspätung des Zuges wie gesagt) von Dresden entfernt.

Wiesen mit sorgfältig aufgerollten Heuballen, Kühe auf den Berghängen, mächtige Fabrikruinen. Hier hat man noch Schutzdächer vor den Bahnhöfen und lässt die Fahrgäste nicht in Sonne und Regen stehen oder, noch schlimmer, unter einem Glasdach braten. Neue blaue Schilder waren überall angebracht. Es fuhren die buntesten Sonderzüge, und an der ganzen Strecke standen die Eisenbahnfreunde und fotografierten.

Kurz vor Rumburk tauchten die Lausitzer Berge am Horizont auf. Die Stadt selbst machte einen ausgestorbenen Eindruck, genau wie deutsche Kleinstädte am Sonntagmittag. Nur wir Touristen zogen die Třída 9. května, Rumburks Hauptstraße, entlang. Die riesigen Häuser, zum Teil knallbunt restauriert, zum Teil im Verfall begriffen.

Dann ein Park (mit Stadtplan!) und dahinter das einstige Kapuzinerkloster (jetzt Stadtbücherei) mit der Laurentiuskirche, in die man durch ein Gitter hineinschauen kann. Wieder einige Schritte weiter die berühmte Loretokapelle mit dem Kreuzgang. Der Eintritt kostet 2 Euro. Dafür gibt es eine Menge zu sehen. Fotos aus der Vergangenheit der Stadt - mich beeindruckten vor allem die Fotos der Osterreiter und der sorbischen WallfahrerInnen - eine Ausstellung über das Zittauer Fastentuch und die "Heilige Stiege" mit den buntbemalten Gestalten der Zuschauer, die mit finsteren Mienen rechts und links ans Geländer drängen. Die Treppe ist abgesperrt, nur Wallfahrer dürfen sie auf den Knien hinaufsteigen.

Die Loretokapelle selbst ist eine Kopie der Casa Sancta in Loreto. Engel sollen das Haus der Maria aus Nazareth nach Italien versetzt haben. Diese Geschichte wird auf den Relief an der Außenseite des Gebäudes erzählt. Innen eine Kopie der Schwarzen Madonna von Loreto.

Am Marktplatz gibt es sehr schön restaurierte Laubengänge zu bewundern, ein großes Café, jedoch das eigentliche Gasthaus mit regionaler Küche liegt ganz versteckt hinter der Bartholomäuskirche. Zeit mitbringen!

 

 

Wenn Sie diesen Text sehen, dann haben Sie die HTML-Datei ohne die zusätzlich benötigten Dateien geöffnet.

Blog